ÜBERBLICK

 

 

Reinhard Knodt, geb. 13. 10. 1951 in Dinkelsbühl (Mfr). Jugend in Nürnberg, Studium in Heidelberg, Erlangen und Trinity College Dublin. Lehrer unter anderem Hans-Georg Gadamer, Manfred Riedel, Friedrich Kaulbach, Ivan Illich, Lebt in Berlin.

Laufbahn: 1972 -1978 Doppelstudium in Germanistischer Literaturwissenschaft und Philosophie. Kurz vor Abschluss d. 1. Staatsexamen in Erlangen 1978 für zwei Jahre Dozent für Mittelhochdeutsch und Linguistik am Jesuitencolleg  Maynooth. 1983 Promotion in Philosophie (M.Riedel/F.Kaulbach). 1984 Assistent für neue Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth bei dem Buddhologen Walter Gebhard. 1984 – 1992 Aufnahme eines Habilitationsstudiums und Vertretung eines  C3-Lehrstuhls für Philosophie an der Universität Erlangen-Nürnberg. (Philosophie für Erzieher und Lehramtsstudenten)  Ab 1985 Mitherausgeber der Nürnberger Blätter. 1991/92 DFG-Stipendiat an der Pennsylvania State-University USA. (Vermittlung Ivan Illich). 1994 Die Habilitationsschrift erscheint in Teilen in Reclams Universalbibliothek (Ästhetische Korrespondenzen – Denken im technischen Raum). Lehrstuhlvertretung für Hannes Böhringer an der GHK Kassel in „Kunstphilosophie.“ 1995 Lehrangebot an der Universität Weimar (Vermittlung Lucius Burkhard, Hannes Vöhringer, Norbert Radermacher) Stattdessen aber Wechsel zum Bayerischen Rundfunk. (12A) Begleitung verschiedener Philosophiepodien (Bamberger Hegelwochen, Nürnberger Autorengespräche, usw.). Philosophische Essayistik und viele Feature-Arbeiten für viele bundesdeutschen Sender. Rundfunkpreis des Bay. Kultusministeriums. Gründung eines Kunstphilosophischen Zentrums zur Begegnung von Kunst, Religion und Philosophie bei Nürnberg (www.Schnackenhof.de)mit Studenten der Nürnberger Akademie Eine Anzahl literarischer Bücher führten zu regionalen Literaturpreisen und einer Turmschreiberschaft in Abenberg (Mfr.) sowie einem Literaturpreis der Bayerischen Akademie (2007).

Ab 2005 Rückkehr an die Universität, Vorlesungen und Seminare an der Universität der Künste (UDK) Berlin. Aufbau eines Reiseseminars für Künstler und Kreative.„Philosophie für Kreative“ (zusammen mit Michaela Moritz und Ramona Faltin (Yoga). 2018  erscheint der „Der Atemkreis der Dinge“ (Alber, 2. Auflage 2019 3. Aufl 2021). 2019 Begründung einer aus Künstlern, Professoren, Journalisten und Freunden der ZEN-Kultur bestehenden „Akademie für  künstlerischen und philosophischen Austausch. (Akademie für westöstlichen Dialog der Kulturen, www.westosakademie.de. Ab 2020 Beiratsmitglied der internationalen Heideggergesellschaft.  Ab 2020 tagt regelmäßig das „Berliner Philoquium“ in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe Bublitz, auf dem Fragen zwischen Kunst, Religion und Philosophie verhandelt werden. Das Generalthema der Vorträge und Dispute zu Engeln, Musen, Propheten, Künstlerphilosophen und Zen-Flötenspielern lautet „Gott lacht“.

Bücher: 

1987 „Nietzsche – die ewige Wiederkehr des Leidens“,  Bouvier, Bonn/Berlin.  

1987 „Das Haus“(Roman, Dagyely/ Berlin).  

1990  Gott, Liebe oder die Reinhaltung der Luft“ (Hersbrucker Bücherwerkstatt, Handtiegelpressenauflage)  

1994 Ästhetische Korrespondenzen“  Reclams Universalbibliothek RUB 8986.  

1998 „Aber so kommen Sie doch mit hinunter zum Fluss!  (Ein Plädoyer für das „Minimalreisen“ im Zeitalter des Reisewahns; Fotos: Jürgen Schabel (1. Aufl. Gillitzer und Müller Nürnberg; 2. Aufl. 2015 PalmArtPress Berlin).  

2008 „Brief an den Turmschreiber“ – Ein Stadtschreiberbuch. (Stadt Abendberg, Glitzer u. Müller, Nürnberg)  

2014: Schmerz“  – Philosophisch – poetische Miniaturen (PalmArtPress, Berlin). Erweiterte Neuauflage 2017 mit einer Miniatur von Orlando di Valdivieso; Ukrainische Ausgabe mit Bildern von Alexey Borisov 2020.  Übersetzung ins Chinesische in Vorbereitung.

2015: Undinen – Unmögliche Liebesgeschichten“  (PalmArtPress Berlin, 2. Aufl. 2017; 3. Auflage, zweisprachig amerikan/deutsch 2020. in einer  Ue. von Paul Mc Canzie. 

2017:  Der Atemkreis der Dinge – Einübung in die Philosophie der Korrespondenz“ (Herder/Alber) 2. Auflage 2018. 3. Aufl. 2021.

Die Philosophie der Korrespondenz ist der Versuch eines ästhetischen Zugriffs in Absetzung von der Hermeneutik und der Kommunikationstheorie. Die Hauptthese ist, dass sowohl „verstehen“ wie auch „Konsens“ keine letzten Zielbegriffe sein können, da beide durch den nie ganz beschreibbaren Horizont des Verstehens wie auch durch deie nie erfassbaren Bedingungen Renes potentiellen Konsens immer wieder Irritationen ausgesetzt sind. einzig möglich bleibt die Korrespondenz und die Suche nach neuen oder erweiterten „Korrespondenzen“   und Situationen des „Wir“. damit rücken die Atmosphären als philosophischer Gegenstand ins Zentrum. Die Theorie, die viele Gegenstände der kommunikationstheoretischen und  Differenztheoretischen (Derrida) entwürfe neu fasst, wurde von Joachim Hake und Manfred Osten 2018  der Berliner Öffentlichkeit vorgestellt und führte zu den Berliner Philoquien“ mit zum Teil prominenten, ehemaligen und zukünftigen Kritikern. Thomas Macho dazu: „Knodts Denken in Korrespondenzen und Wechselwirkungen ist .. attraktiver, aktueller und vielleicht sogar utopischer als die beständige Suche nach Differenzen, Grenzen und Identitäten. Statt „Draw a distinction“ (Spencer-Brown) müsste es heissen: Draw a connection!..“

 

Rundfunkarbeiten: 

Zwischen 1990 und 2011 entstanden zahlreiche Hörfunkarbeiten vom Stunden-Feature zu allgemeinphilosophischen und literarischen Themen über das Hörspiel (Feuerbachs Tod, Speer und Wir..) bis hin zu Podienreihen und Podiums-Moderation der Nürnberger Autorengespräche und der Bamberger Hegelwochen, von denen Mitschnitte existieren.  Große Features z. B. „Wo liegt Berlin?“; „Kloster – Ort der Sehnsucht“; „Die unheimliche Sehnsucht des Dr. Carl Peters“ (eine Kolonialismus-Studie), Sendungen über ZEN in Bayern, Essays, für die Reihe Kritisches Tagebuch (WDR) und Architekturkritiken vieler Berliner Regierungsbauten für Deutschlandradio Kultur. Langjährige Betreuung und Podiums-Moderation der Nürnberger Autorengespräche und der Bamberger Hegelwochen, von denen viele Mitschnitte existieren. 

 

Libretti:

In zwei Oratorien, die Hans Kraus-Hübner (ZDF) vertonte, den „Zeitenwenden“ und den „Legenden“ – (Leben der Hl. Walburga), uraufgeführt im Hohen Dom zu Eichstätt und im Münster Heidenheim, wird das Problem von Profanum und Heiligem thematisiert. (Der Alltag ist das wahrhaft Heilige, das vorgeblich Heilige ist der Wahn, die Helden des alltags werden die wahren Heiligen sein…) CD – Einspielungen und Aufführungen mit Unterstützung des Bayerischen Rundfunks. 

 

Literaturpolitische Engagements:

  1.  Mitgebründung des VS Nordbayern und zeitweise dort Vorsitz, sowie sporadische Aktivitäten für den PEN (Writers in Exile, writers in prison). 

  2. In den 80ger und 90ger Jahren Teilnahmen an Delegationsreisen mit bundesdeutschen Politikern nach Glasgow, Krakau, Charkiv, Moskau und Wladimir.  

  3. Lese- und Vortragsreisen im Rahmen der Europäischen Integration nach Edinburg, Paris, Budapest und Wien. 

  4. Begründung der „Nürnberger Mittagslesungen“ (Jetzt „Gäste und Buch“).

  5. Mitbegründung des Hermann-Kesten-Preises der Stadt Nürnberg.

  6. Jurortätigkeit für den Marie-Luise Engelhardt-Preis. (bis 2018)

 

Preise und Stipendien

  1. 2007 Literaturpreis der Bayerischen Akademie  (Fr. Baur-Preis); 

  2.  2004 Turmschreiberstelle der Stadt Abenberg; 

  3. 2003 Journalistenpreis des Bayerischen Kultusministers; 

  4. 1998 Literaturpreis der Industrie- und Handelskammer Mittelfranken 

  5. 1996 Wolfram v. Eschenbach-Förderpreis für Kultur (Mfr.)  

  6. Verschiedene Reisestipendien des auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland zur Recherche nach Polen, in die USA und nach Ungarn.